Justierung
Nach der Montage des SIMATIC VS 110 kann die korrekte Justierung leicht mittels einer im Lieferumfang enthaltenen Einricht-Software überprüft werden. Diese Software wird auf einem beliebigen PC installiert und liefert in der Einrichtphase Livebilder vom Sensorkopf.
Training
Stimmt die Justierung von Sensorkopf und Beleuchtung, kann mit dem Trainieren der Objekte begonnen werden. Im Rahmen des Trainingsmodus lernt der VS 710 durch wiederholtes Beobachten der zu überwachenden Objekte in der Einsatzumgebung die Konturen und Vorzugslagen zu erkennen und ermittelt im Anschluss automatisch die Auswerteschwelle zur Unterscheidung von GUT- und SCHLECHT-Objekten. Hierzu kann eine Anzahl von 0 bis maximal 999 Objekten genutzt werden
Auswertemodus
Im Auswertemodus wird die Konturfläche jedes Objekts mit der des gespeicherten trainierten Objekts verglichen. Während des Vergleichens der Konturen von aktuellem und trainiertem Objekt werden lokale Differenzflächen ermittelt und aufsummiert. Die Gesamtdifferenzfläche bezogen auf die Gesamtfläche des trainierten Objekts liefert die Aussage, ob das aktuelle Objekt mit dem trainierten Objekt übereinstimmt. Die Entscheidungsschwelle hierfür kann eingestellt werden. Bei korrektem Objekt wird der Qualitätsausgang OK_A angesteuert, bei defektem/falschem Objekt wird NOK ausgegeben.
Das Gerät kann auch genutzt werden, um die Lage eines Objekts zu detektieren. Bei Übereinstimmung des aktuellen Objekts mit dem gelernten Objekt in Vorzugslage A wird der Ausgang OK_A angesteuert, bei Übereinstimmung des aktuellen Objekts mit dem gelernten Objekt in Vorzugslage B wird der Ausgang OK_B angesteuert. Entspricht das aktuelle Objekt keinem der beiden eingelernten Objekte, wird NOK ausgegeben.
SIMATIC VS 110 wird nicht programmiert oder parametriert wie herkömmliche Bildverarbeitungssysteme. Er wird auf seine spezielle Aufgabe hin konfiguriert durch Vorzeigen von Objekten innerhalb eines Trainingslaufes.
Dieses Training gliedert sich in drei bis vier Schritte. Zuerst wird bei laufendender Fördereinrichtung die Ermittlung des „Background“ angestoßen. Nachdem hierbei durch Beobachten der Fördereinrichtung (möglichst beim Fördern von Objekten) die ortsfesten Einbauten aus den weiteren Auswertungen automatisch eliminiert wurden, kann dem SIMATIC VS 110 ein GUT-Objekt in seiner Vorzugslage gezeigt und trainiert werden. Bei Bedarf kann anschließend auch noch ein GUT-Objekt in einer zweiten Vorzugslage trainiert werden. Beendet wird der Trainingslauf mit der automatischen Ermittlung der Auswerteschwelle zur Unterscheidung von GUT- und SCHLECHT-Objekten. Hierzu kann eine Anzahl von 0 bis maximal 999 Objekte genutzt werden.
Jeder Trainingslauf kann bei laufender Fördereinrichtung geschehen und sowohl über die Bedientasten am Gerät als auch fernbedient von einer Steuerung aus geschehen.
Im Gerät können bis zu 15 verschiedene Objekte in jeweils zwei möglichen Lagen netzausfallsicher hinterlegt werden und jederzeit vom Bediener oder bei Bedarf auch von einer externen Steuerung aufgerufen werden.